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Verbot der Leihmutterschaft – „und wer denkt an die Kinder?“

von THERESA RICHARZ

Foto_TheresaObwohl das vertraglich vereinbarte Austragen von Kindern für Dritte in Deutschland und in vielen anderen europäischen Ländern verboten ist, nehmen Paare die Dienste von Frauen aus Ländern in Anspruch, in denen die Rechtslage ihre Elternschaft ermöglicht. Die Gerichte stehen vor einem Dilemma: Einerseits sehen sie sich general­präventiven Erwägungen verpflichtet, die eine Anerkennung der Wunschelternschaft als Aushöhlung des Verbots der Leihmutterschaft erscheinen lassen. Andererseits ist auf das Wohl der nun existierenden Kinder abzustellen. Sowohl der EGMR als auch das OLG Braunschweig haben dieses Jahr das Kindeswohl aus der Rechnung herausgenommen – mit fragwürdiger Begründung und ungewissen Konsequenzen.

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Mehr Interdisziplinarität für die Rechtswissenschaft!

von MICHAEL WRASE

Michael WraseDass der Wissenschaftsrat (WR) als wichtigstes  Beratungsgremium in Fragen von Forschung und Lehre in Deutschland ein ausführliches Papier zu „Situation, Analysen, Empfehlungen“ für die Rechtswissenschaft vorgelegt hat, ist an sich schon bemerkenswert. Der Bericht basiert auf der fast zweijährigen Tätigkeit einer Arbeitsgruppe, die verschiedene Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland angehört hat.

Was steht drin? – Analyse und Empfehlungen  im Überblick

Was nun aber genau hat es mit dem über hundert Seiten dicken Papier des WR auf sich? Welche Empfehlungen sind darin zu finden?

Zunächst ist festzustellen, dass sich der WR nicht einfach wissenschaftspolitisch möglicherweise ‚populären‘ Forderungen anschließt oder einseitig Kritik übt. Vielmehr liefert das Dossier eine sehr sorgfältige strukturelle sowie inhaltliche Analyse des Universitätsfachs Rechtswissenschaft, die seine wissenschaftliche Eigenart und seinen Stellenwert hervorhebt. Auf dieser eingehenden Analyse bauen die Empfehlungen auf, die sich in drei zentrale Cluster unterteilen lassen: (1) Stärkung der Grundlagenforschung und Interdisziplinarität, (2.) mehr personelle Diversität und Pluralität der Perspektiven und (3.) Ausrichtung des Studiums am Leitbild einer „juristischen Bildung“. Weiterlesen …