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Mooting in der Juristenausbildung – Ein Plädoyer für mehr Plädoyers

von FABIAN EICHBERGER und MAGDALENA GÖBEL

Eichberger_Fabian Göbel_MagdalenaMooting lehrt juristisches Arbeiten, wie es sich vor Beginn des Studiums wohl die meisten vorgestellt haben: Von Rhetorik über vertiefte Sachkenntnisse bis zum leidenschaftlichen Argumentieren für die eigene Partei wird den Teilnehmenden alles abverlangt. Die Integration in das Studium kommt trotz der bestehenden Strukturen mitunter zu spät und verläuft zu unstrukturiert. Wer die Juristenausbildung modern gestalten will, sollte neben der oftmals möglichen Anerkennung auf den Freischuss auch inhaltliche Anreize für Mooting schaffen, vorhandene Strukturen festigen und Synergien nutzen.

Der Bildungsauftrag

Im hamburgischen sowie auch in den meisten anderen Juristenausbildungsgesetzen (beispielsweise Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Thüringen) wird ausdrücklich erwähnt, dass zur juristischen Ausbildung auch Schlüsselqualifikationen wie Verhandlungsmanagement oder Rhetorik gehören. So wie das juristische Studium derzeit strukturiert ist, kann es einer praxisnahen Heranführung an diese Materien allerdings nur bedingt gerecht werden. Weiterlesen …

„Brille“, „Leiter“, „Feld“ und andere Metaphern.

Möglichkeiten und Grenzen interdisziplinärer Forschung zwischen Recht und Ästhetik

von LUKAS WERNER

lukaswernerLässt man ein Dutzend Juristen, Philosophen und Literaturwissenschaftler am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF, Universität Bielefeld) drei Tage lang über „Recht und Ästhetik“ diskutieren, dann ist es nicht verwunderlich, wenn Metaphern zu Verständigungsschlüsseln avancieren: Ästhetik fungiere als „Brille“, sie diene als „Leiter“ und das Zusammendenken von Recht und Ästhetik eröffne ein „weites Feld“.

Zunächst jedoch zum Eigentlichen: Im Rahmen des von Jörn Reinhardt (Hamburg) organisierten Workshops kam die geschichtliche Parallelität von Recht und Ästhetik in den Blick. In einem systematischen Sinne wurden Annäherungen von Recht und Ästhetik enggeführt, um so strukturelle Analogien herauszuarbeiten und die rechtskritischen Impulse eines solchen Zusammendenkens auszuloten. Darüber hinaus ging man rechtlichen Motiven in der Kunst und ästhetischen Elementen im Recht nach.

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