Archiv

Die Gefahren des Elfenbeinturms

Ein kurzer Aufruf zur Selbstreflexion

von RALPH JANIK

RalphJanikswVor mittlerweile über 40 Jahren veröffentlichte die ZEIT Karl Poppers „Plädoyer für intellektuelle Redlichkeit“, eine vehemente Kritik am damaligen Zustand des Diskurses in gewissen philosophischen Zirkeln. Popper ging mit einigen Angehörigen dieser Zunft hart ins Gericht, schrieb vom „Schwulst der Neodialektiker“, von einer „Anmaßung des dreiviertel Gebildeten“, dem „Phrasendreschen“ und „Vorgeben einer Weisheit, die wir nicht besitzen.“

Poppers in diesem Zusammenhang geäußerte fundamentale Einsicht, dass, „[w]er’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann“, lässt sich auch auf den Juristen von heute übertragen. Weiterlesen …

L’État, c‘est superflu

Erste Eindrücke von der 54. Assistententagung Öffentliches Recht in Graz

von CHRISTOPH SMETS

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAus der Sicht eines Rechtswissenschaftlers, der mit Prof. Di Fabio im Staat keine Bedrohung der Freiheit, sondern ihren Garanten sieht, hinterlässt die Tagung den Eindruck, dass die Mehrheit der jungen Wissenschaft im öffentlichen Recht den Nationalstaat für ein grundlegendes, aber eben nicht notwendiges Übel hält, seine Errungenschaften aber teils durchaus positiv bewertet. In den Referaten und Diskussionen wurde die Frage, ob man den (National-)Staat braucht, recht schnell und weitgehend widerspruchslos verneint. Weiterlesen …

Vier Fragen an Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Peter M. Huber

von JUWISS-REDAKTION

Peter M. HuberAm Donnerstagabend der Assistententagung erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Podiumsdiskussion, die das Verhältnis zwischen staatlicher Souveränität und ökonomischen Zwängen ausloten sollte. Erste Eindrücke wurden bereits in unserem Live-Blog geschildert. Unter dem Titel „Ist Souveränität noch leistbar? Der Staat in ökonomischer Bedrängnis“ entwickelte sich eine leidenschaftliche Kontroverse zwischen den Diskutanten des Podiums. Der JuWissBlog konnte einem von ihnen, Prof. Dr. Peter M. Huber, im Nachgang einige Fragen stellen.

JuWissBlog: Von Ihren österreichischen Mitdiskutanten wurde die staatliche Souveränität  für „tot“ erklärt. Sie haben ein „lebendigeres“ Verständnis artikuliert. Könnten Sie Ihre Kernthese dazu kurz zusammenfassen? Und welche Rolle messen Sie dem Bundesverfassungsgericht bei der Bewahrung staatlicher Souveränität bei? Weiterlesen …