JuWissLab: Gute Lehre im Öffentlichen Recht – Ein Werkstattbericht

von ANIKA KLAFKI

Seit fünf Jahren bietet der JuWissBlog der jungen Wissenschaft im Öffentlichen Recht eine Plattform für den wissenschaftlichen Austausch. Neben der Forschung widmet sich die Nachwuchswissenschaft auch in vielfältiger Weise der Lehre. Im Rahmen unserer Veranstaltung JuWissLab – Gute Lehre im Öffentlichen Recht am 10. November 2018 von 14:00 bis 16:30 Uhr wollen wir daher das Thema Lehre in den Blick nehmen. Anders als bei unseren wissenschaftlichen Tagungen, haben wir diesmal ein dialogisches Format gewählt, damit ihr Euch zielgerichtet über innovative Lehrformate und -methoden austauschen könnt. Hier geht’s zur Anmeldung.

Stand der rechtswissenschaftlichen Fachdidaktik

Obwohl die Diskussion über eine rechtswissenschaftliche Fachdidaktik schon in den 1960er Jahren intensiv geführt wurde, ist das Thema bis heute nicht in der Breite angekommen. Man ist sich einig, dass das rechtswissenschaftliche Studium angesichts der Stofffülle und des hohen Abstraktionsgrades ein anspruchsvolles Unterfangen ist. Gleichwohl werden die Lehrenden an deutschen Universitäten nur selten didaktisch geschult, bevor sie vor die Studierenden treten. Die wenigen hochschuldidaktischen Studien, die es im Bereich der Rechtswissenschaft gibt, bemängeln vor allem, dass Studierende zu wenig einbezogen werden (vgl. schon Wissenschaftsrat 2008, S. 32, siehe auch die Beiträge in Brockmann/Dietrich/Pilniok, Exzellente Lehre im juristischen Studium, 2011 und Reißmann, Völkerrechtsblog, 21.3.2016). Seit langem wird in der Hochschuldidaktik betont, dass Lernen als aktiver Prozess der Wissenskonstruktion zu begreifen ist. Trotzdem haben die Studierenden der Rechtswissenschaft in traditionellen Veranstaltungsformaten bis heute oftmals eine bloß passive Rolle als Zuhörer.

Innovationen diskutieren und verbreiten

Trotz dieses ernüchternden Befundes erweisen sich die rechtswissenschaftlichen Fakultäten bei näherer Betrachtung als Orte steter rechtsdidaktischer Innovation. In zahlreichen dezentralen Einzelinitiativen werden verschiedenste Formate und Methoden erprobt, um die Mängel der klassischen Lehre zu beheben und das Lehr- und Lernklima zu modernisieren. Der Verein Junge Wissenschaft im Öffentlichen Recht hat es sich dieses Jahr zur Aufgabe gemacht, diesen Projekten eine Bühne zu bieten. Der Austausch über erfolgreiche Formate und Methoden soll die Nachwuchswissenschaft bereichern und dazu anregen, gute Lehrprojekte zu übernehmen, zu verbreiten und fortzuentwickeln.

Angesichts dieses praxisorientierten Ziels der Veranstaltung, Innovationen im Bereich der Lehre in der juristischen Hochschullandschaft auszuweiten, steht im Zentrum der Veranstaltung die Postersession. Es handelt sich dabei um ein dialogisches Format der Wissenschaftskommunikation, das in den Naturwissenschaften sehr gebräuchlich, in der Rechtswissenschaft jedoch noch recht unbekannt ist. Wie bei einer Messe gibt es verschiedene Stationen, an denen unterschiedliche Projekte, Ideen und Methoden präsentiert werden. Dieses Format ermöglicht eine vielfältige Darstellung von Themen. Die Vorstellung der verschiedenen Lehrformate in ungezwungener und kollegialer Atmosphäre soll die Vernetzung befördern und dazu beitragen, dass praktisch relevante Informationen unmittelbar weitergegeben werden können.

Das Programm

Ein Impulsreferat der Studierendenvertretungen der Universität Hamburg und der Bucerius Law School von Lara Bucholski und Emily Laing steht am Anfang der Veranstaltung. Ganz im Sinne der in der Hochschuldidaktik geforderten Lern- statt Lehrorientierung, soll die Perspektive der Lernenden den Ausgangspunkt unseres Austausches bilden: Denn wer kann die rechtswissenschaftliche Lehre besser beurteilen, als die Studierenden selbst?

Anschließend beginnt die Postersession, bei der ganz unterschiedliche Projekte präsentiert werden:

Dank der großzügigen Unterstützung von Nomos werden für alle Teilnehmenden Kaffee, Tee und alkoholfreie Getränke bereitstehen.

Gewinne, Gewinne, Gewinne

Ein wichtiges Element, um die Lehre auch in Großveranstaltungen abwechslungsreicher zu gestalten, ist die Visualisierung abstrakter Rechtsprobleme. Die Juristin Nikola Pridik hat diese schwierige Aufgabe zu ihrem Beruf gemacht und leitet das Büro für klare Rechtskommunikation. Bei der Gestaltung von Vorlesungs-, Seminar- und Vortragsfolien verfügt sie über langjährige Erfahrung. Im Rahmen der Veranstaltung verlosen wir drei Gutscheine für die visuelle Überarbeitung von zwei Folien innerhalb einer selbstgewählten Powerpointpräsentation.

Und wie geht es dann abends weiter?

Nach der Veranstaltung findet von 17:00 bis 20:00 Uhr die Mitgliederversammlung des Junge Wissenschaft im Öffentlichen Recht e.V. statt. Wer noch nicht Mitglied ist, kann es gerne werden. Beim JuWissLab wird es natürlich auch einen JuWiss-Stand geben, an dem auch Mitgliedschaftsformulare ausliegen werden.

Um 22:30 Uhr treffen wir uns dann alle in der Kiez-Kneipe auf dem Hamburger Berg „Barbarabar“! Gerne wollen wir dort mit Euch auf den fünfjährigen Geburtstag des JuWissBlogs anstoßen und den Tag feucht fröhlich ausklingen lassen.

Zitiervorschlag: Anika Klafki, JuWissLab: Gute Lehre im Öffentlichen Recht – Ein Werkstattbericht, JuWissBlog Nr. 87/2018 v. 18.10.2018, https://www.juwiss.de/87-2018/.

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