Der JuWissDay 2026 findet am Freitag den 25.9. in Mannheim statt und widmet sich dieses Mal dem „Recht der Circular Economy“. Er folgt damit einer gewissen Traditionslinie des JuWissDay, der oftmals Themenfelder zum Gegenstand macht, die wichtig sind, die aber zugleich (noch) nicht im Zentrum der öffentlich-rechtlichen Bühne stehen.
Aus unterschiedlichen Richtungen wollen wir und vor allem die Vortragenden das Recht der Circular Economy durchdringen und systematisieren. Ausgangspunkt ist dabei der Eindruck, dass sich aus der Interaktion unterschiedlichster Ebenen und Rechtsquellen tatsächlich ein solches Querschnittsrechtsgebiet formiert hat, das der Beforschung bedarf.
JuwissDay 2026 – Das Recht der Circular Economy
Datum: 25. September 2026
Veranstaltungsort: Universität Mannheim
Neben einer Keynote von Dr. Adriana Neligan vom Institut der deutschen Wirtschaft e.V. (Köln) umfassen die Vorträge aktuelle Forschungs‑ und Praxisbeiträge, die gemeinsam zu einer weiteren Systematisierung des Rechts der Circular Economy beitragen sollen.
- Clara Schulze Velmede (Leipzig) präsentiert „Rechtliche Weichenstellungen für eine echte Kreislaufwirtschaft: Vom Abfallrecht zum Rohstoffrecht“. Ausgehende vom ursprünglichen Zentrum der Cirular Economy im Abfallrecht, zeigt sie auf, wie die rechtlichen Instrumente die politische Entwicklung hin zu mehr Rohstoffsicherheit ermöglichen sollen und sich auch dadurch verändert haben.
- Philipp Schöbel (Berlin) stellt „Softwareupdatepflichten als Instrument der Circular Economy“ vor. Aus mehrere Sekundärrechtsakten destilliert er das Teilrechtsgebiet der Softwareaktualisierung sichtbar, das Ziele des Umweltschutzes, der Produktsicherheit und des Verbraucherschutzes umfasst.
- Raffaele Palermo (Würzburg) diskutiert „Kunststoffrecycling im Spannungsfeld von Kreislaufwirtschaft und REACH‑VO: Regulierungslücken und Koordinierungsansätze“. Der Beitrag macht ua einige Koordinierungsvorschläge, denen die Stärkung der Regimes der erweiterten Herstellerverantwortung und die Berücksichtigung des künftigen digitalen Produktpasses zugrunde liegen. Ziel ist es dabei mehr Transparenz zwischen vorgelagerten Herstellern und nachgelagerten Recyclingunternehmen sowie in den Abfallströmen zu fördern und somit die Recyclingquoten für Kunststoffe zu verbessern.
- Ole Lührs (Hannover) erläutert „Ausschlussgründe und inhaltliche Einschränkungen der Beschaffungsautonomie – Instrumente des Beitrags öffentlicher Auftragsvergabe zur Circular Economy“. Der Vortrag zeigt, welche wie nachhaltige Beschaffung rechtlich funktioniert und welche rechtspolitischen Ziele mit der Möglichkeit einhergehen, die Marktmacht des Staates in diese Richtung zu lenken.
- Inès Stefen / Christopher Seibler (Energiesozietät GmbH, Düsseldorf) geben Einblicke in„Circular Economy, Energie und Nachhaltigkeit in der anwaltlichen Praxis“. Sie beleuchten aus anwaltlicher Praktiker*innenperspektive, wie sich die Veränderungen im Bereich der Circular Economy auf die Beratungsarbeit auswirkt.
- Anja Widmann (Tübingen) erklärt„Das System der Delegierten Rechtsakte und Durchführungsrechtsakte im Recht der Circular Economy“. Sie analysiert dabei kritisch mit welchen unionsrechtlichen Instrumenten die EU-Kommission die Circular Economy vorantreibt.
- Giacomo Sebis (Wuppertal) schließt mit „Das Völkerrecht zwischen Transformation und Strukturstabilisierung: Kann das Wirtschaftsvölkerrecht der Just Transition zu einer Circular Economy dienen?“. Der Beitrag, inwiefern das internationale Wirtschaftsrecht Ansatzpunkte für die rechtliche Gestaltung einer Just Transition zur Circular Economy bieten kann. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob und wie bestehende wirtschaftsvölkerrechtliche Regelungen im Lichte von Menschenrechten, Verteilungsgerechtigkeit und Umweltschutz ausgelegt werden können – und wo ihre Grenzen liegen.
Die Tagung richtet sich an interssierte Rechtswissenschaftler:innen, Politiker:innen, Wirtschaftsvertreter:innen und Studierende. Die Teilnahme ist kostenfrei; eine Anmeldung ist bis zum 30. September 2026 hier möglich. Das detaillierte Programm findet sich hier.
Auf einen angeregten und anregenden Austausch freuen sich:
Hans Flemming Maltzahn (Universität Mannheim)
Manuela Niehaus (Universität Speyer)
Philipp Overkamp (Universität Bochum)
Lasse Ramson (Universität Bremen)
Felix Würkert (Universität Mainz)



