Editorial zum Sozialrechtsschwerpunkt

von ANDREA KIEßLING und ANIKA KLAFKI

Andrea Kießling

Anika Klafki (512x640)

Vor kurzem haben wir die junge Wissenschaft im Sozialrecht dazu aufgerufen, sich zu vernetzen. Die Initiative trägt erste Früchte: Wir freuen uns, in der kommenden Schwerpunktwoche ein Schlaglicht auf einige Brennpunkte des Sozialrechts zu werfen.

Den Auftakt macht am Dienstag Minou Banafsche mit einem Beitrag zu der Frage, ob nicht auch Strafgefangene, die Pflichtarbeit im Strafvollzug leisten, in die Sozialversicherung einbezogen werden sollten. Darauf folgt am Mittwoch eine Auseinandersetzung von Sina Nienhaus zum Prinzip der „Eigenverantwortung“ im System der Gesetzlichen Krankenversicherung. Dabei analysiert sie kritisch, inwieweit die jüngsten Reformen tatsächlich auf diesem freiheitssichernden Grundprinzip der Sozialversicherung fußen oder ob es sich nicht doch bloß um versteckte Kostensenkungen handelt. Schließlich geht es am Donnerstag um die Krankenhausfinanzierung in Deutschland. Immer wieder wird hier über Reformen diskutiert, durch die die Krankenkassen das Ruder übernehmen würden. Anika Klafki sieht hingegen staatliche Akteure in der Pflicht, Verantwortung für eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit Krankenhausleistungen zu übernehmen.

Auch über die Schwerpunktwoche hinaus wollen wir den sozialrechtlich interessierten Nachwuchswissenschaftler*innen ein Forum für wissenschaftlichen Austausch bieten. Wir laden daher alle Interessierten herzlich dazu ein, als „Collaborator“ am gemeinsamen Projekt „Junge Sozialrechtswissenschaft“ bei ResearchGate mitzuwirken und dort eigene sozialrechtliche Publikationen zu vermerken.

, , , ,
Nächster Beitrag
Sicherheit und Recht – neu austariert: Ein Rückblick auf den JuWissDay 2017
Vorheriger Beitrag
Sozialrechtler*innen – wo seid ihr?

Ähnliche Beiträge

von ANDREA KIEßLING Kern der Reform des Ausweisungsrechts ist eine neue Struktur der Generalklausel, die für eine gefahrenabwehrrechtliche Norm ungewöhnlich ist. Durch die Verschiebung der Abwägung von öffentlichen und privaten Interessen von der Rechtsfolge in den Tatbestand ergeben sich mehrere Probleme: Zum einen wird in Zukunft der „Ausweisungsgrund“ doppelt verwertet,…
Weiterlesen
von MINOU BANAFSCHE Seit nunmehr 40 Jahren wird rechtspolitisch, rechtswissenschaftlich und rechtspraktisch über die Einbeziehung Strafgefangener, die Pflichtarbeit leisten, denen also Arbeit in anstaltseigenen Betrieben oder – als sog. „unechten Freigänger_innen“ – außerhalb der Anstalt zugewiesen wird (beispielhaft für das Land Bayern Art. 39 Abs. 2 Satz 1 [in Verbindung…
Weiterlesen
von FLORIAN WILKSCH 2012 stellte das Bundesverfassungsgericht die Unvereinbarkeit der Geldleistungen im Asylbewerberleistungsgesetz mit dem Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums fest. Der jüngst durch das Kabinett beschlossene Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes und des Sozialgerichtsgesetzes ist der Versuch, diese zukünftig transparent, realitäts- und bedarfsgerecht zu bemessen. Dabei…
Weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü